Depression
Im Corpus hippocraticum (5 Jh. v. Chr.) wird im Rahmen der Vier-Säfte-lehre mit Melancholie ein mutlos, trauriger Gemütszustand beschrieben. Kraepelin (1913) ordnete depressive Zustände in die Rubrik des "manisch-depressiven Irrseins" ein und Tellenbach (1961) beschrieb eine für die Entwicklung einer Melancholie prädisponierende Persönlichkeitsstruktur.
Über vier Millionen Menschen sind betroffen, jeder siebte hat in seinem Leben eine Depression. Das Verhältnis Frauen zu Männer beträgt 2:1.
Depressionen werden tradionell nach ihren Ursachen unterschieden (psychogen, endogen, somatogen), jedoch geht man heute eher von einer multifaktoriellen Bedingtheit aus. Folgende Faktoren begünstigen die Krankheitsentwicklung:
+ Genetische Faktoren
+ Störungen der Neurotransmitter, hier im Vordergrund ein Mangel an Serotonin
+ Kritische Lebensereignisse
+ Biologische Faktoren
+ Körperliche Erkrankungen
+ Medikamenteneinfluss
+ Psychoanalytische Theorien als Folgen einer Fehlentwicklung in der frühen Kindheit
+ Lerntheoretische Ansätze als Verlusterleben und erlerne Hilflosigkeit
Leitsymptome sind eine depressive Verstimmung, Antriebshemmung, Denkhemmung und körperlich-vegetative Störungen.
"Es ist nicht das Nichtwollen, sondern das Nichtkönnen"
Es besteht ein ausgeprägtes Suizidrisiko!
Daher steht in der Akutphase die Abschätzung der Suizidalität im Vordergrund. Hier ist eine besondere Beobachtung, Erkennen und die Absprache mit den erkrankten Menschen ausschlaggebend.
Der Schwerpunkte der Therapie richtet sich nach dem klinischen Bild:
+ Medikamentöse Therapie
+ Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Psychoanalyse
+ Ergotherapie
+ Physiotherapie
+ Lichttherapie
+ Schlafentzug
+ Ausdrucks-, Tanz- und Maltherapie
+ EKT
In den Fortbildungen werden zum Krankheitsbild die entsprechenden Interaktionsmöglichkeiten vorgestellt.